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| Mai 2005 |
Kölner
Stadt-Anzeiger |
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Naiver Surrealismus mit einer klaren Aussage Ausstellung in der Urbacher Galerie Bauer-Nieschalke Zwischen Naivität und Surrealismus: "da capo" ist der Titel der ersten Einzelausstellung von Karl-Peter Merz. VON DAMIAN M. ZIMMERMANN Urbach - Viele Künstler halten sich sehr zurück, wenn es um ihre eigene Kunst geht. "Sollen doch die Bilder für sich sprechen", lautet das Credo, mit denen sie den "objektiven" Betrachter nicht beeinflussen wollen und den Werken nicht einmal Namen geben. Das führt dann aber auch häufig dazu, dass sich viele alleingelassen fühlen, wenn sie vor Moderner Kunst stehen. Bei der Kunst von Karl-Peter Merz kann das nicht passieren. Bereitwillig erklärt er, was sein naiver Surrealismus zu bedeuten hat, was er sich gedacht hat und vor allem: was er damit sagen will. Denn im Gegensatz zu vielen anderen, die zwar wirken, aber nichts ausdrücken wollen, haben Merz' Arbeiten immer eine Aussage, sind sozialkritisch und politisch. In der Galerie Bauer-Nieschalke an der Frankfurter Straße hat er nun seine erste Einzelausstellung. Das verwundert, denn das Merz'sche Repertoire ist riesig und die meisten Arbeiten präsentiert er nicht an den Wänden, sondern in dicken Mappen. Fast scheint es, als würde sich sein Leben nach der schweren Erkrankung vor einigen Jahren nur noch um die Kunst drehen. "Im Monat male ich etwa 50 Blätter, es können aber auch mal 200 werden", gesteht der Workaholic. Hinzu kommen noch zahlreiche Bilder auf Leinwand, "wenn ich denn mal wieder welche habe." Ich
weiß nie, wann ich aufhören soll Aber seine Arbeitswut bezieht sich nicht nur auf die Menge an Bildern. Auch jedes einzelne Werk ist voll geladen mit Metaphern und Symbolen, Informationen, Details und Andeutungen. "Ich weiß nie, wann ich aufhören soll", gesteht Merz, während er auf "da capo" schaut. Im Mittelpunkt steht hier ein Dirigent. Statt Hände hat er Malpaletten, und in der einen hält er einen Taktstock, in der anderen einen Hammer. Und noch bevor man sich in den farbigen, nein: bunten Details verlieren kann, erklärt Merz auch schon, was ihn zu diesem Bild getrieben hat. "Es geht mir um die Verdummung der Menschen, die sich nicht wehren." Ständig spielten die Mächtigen die gleiche Musik, mal sanft, mal hart, aber sie wiederholten es immer wieder. "Und die Zuschauer sind nur gesichtslose Kreise, die keinerlei Regung zeigen, weil es der Dirigent nicht zulässt." Aber
Merz kann auch anders, kann leisere Töne anschlagen und Bilder nicht
bis auf den letzten Quadratzentimeter vollstopfen. Dann malt er filigrane
Figuren, die nur aus einem einzigen Strich Acryl bestehen und elegant
im Raum schweben. Dieser Minimalismus geht sogar so weit, dass er den
Bildern nicht einmal einen Titel gibt – für Merz eine Seltenheit.
"Aber das bleibt nur so Die Ausstellung "da capo" ist bis Ende Mai mittwochs und freitags von 15 bis 19 Uhr in der Galerie Bauer-Nieschalke, Frankfurter Straße 504, geöffnet. BU:
Karl-Peter Merz vor seinem Bild "Wohin?" – eine Mischung
aus Sternenkarte und neurologischen Verbindungen. (Bild: Zimmermann) |
| Mai 2005 |
Kölnische
Rundschau |
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Traumerinnerungen auf Leinwand Ausstellung in der Galerie Bauer-Nischalke zeigt Arbeiten von Karl-Peter Merz VON NADINE HANTKE Urbach - Träume bilden die Grundlage für die Kunst von Karl-Peter Merz. Fast jeden Morgen setzt er sich hin, um seine Träume zu skizzieren. "Damit ich nichts von dem vergesse, was ich im Traum gesehen habe", sagt er. Dann nimmt er sich eine Leinwand oder einen Zeichenkarton, schnappt sich seine Acrylfarben und bringt seinen Traum in leuchtenden Farben auf die Leinwand. Acht bis zehn Stunden ist er täglich damit beschäftigt und fertigt in manchen Monaten bis zu 200 Bilder. "Bei mir muss es schnell gehen, ich kann nicht monatelang an einem Bild sitzen", erklärt er. Seinen Stil nennt er selbst "naiven Surrealismus". In seinen Motiven finden sich häufig abstrakte Gesichter, Figuren und Stilelemente, gemalt mit filigranen Linien und viel Fantasie. Die Werke sind sozialkritisch und beschäftigen sich mit Politik oder aktuellen Geschehnissen, wie etwa dem 11. September. Mit seinen Bildern möchte er den Betrachter zum Nachdenken anregen und aufzeigen "was in der Welt verkehrt läuft". Merz bezeichnet sich selbst als "Freidenker". Er malt nicht um davon zu leben, sondern für sich. Aus diesem Grund falle es ihm auch oft schwer, seine Werke zu verkaufen. "Meine Frau drängt mich dazu, weil wir bald vor lauter Bildern keinen Platz mehr in der Wohnung haben", erzählt er. Die Käufer seiner Bilder sollten den Inhalt und die Intention der Bilder verstehen und mit seinen Ansichten konform sein. Erst vor fünf Jahren kam Merz zur Kunst. In der Rehaphase nach einer schweren Operation regte ihn seine Frau zu Malen an. Seitdem ist er von der Malerei fasziniert. "Davor hatte ich mit Kunst überhaupt nichts am Hut", erzählt Merz, "Zuhause hing noch nicht einmal ein richtiges Bild an der Wand." BU:
Seine Träume bannt Karl-Peter Merz mit Acrylfarben auf Leinwand,
bis zu 200 Bilder malt er im Monat. (Bild: Hantke) |
| April 2005 |
Kölner
Stadt-Anzeiger |
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Eindrücke vom Urlaub auf Leinwand Ihre Erinnerungen sind der Brunnen, aus dem Margret Willsch ihre harmonischen Gemälde schöpft. VON ROLAND SCHRIEFER Urbach - Harmonie und Ästhetik sind die beiden stilbildenden Elemente in den Bildern von Margret Willsch, die im April in der Galerie Bauer-Nieschalke an der Frankfurter Straße ausgestellt sind. "Die Natur hält viele schöne Dinge bereit; und so lasse ich mich immer wieder zu Bildern inspirieren – egal ob im Urlaub oder auf Spaziergängen. Blumen in Gärten oder Stillleben – man muss die Dinge nur wahrnehmen." Willsch verarbeitet, was sie in ihrer Freizeit gesehen hat. Ruhige Landschaften in friedlicher Lichtstimmung, Blumen auf einer Wiese, ein Weg der sich durch eine warme, friedliche Landschaft schlängelt, Boote, die am Ufer eines Sees ankern. Wenn Willsch auf Reisen geht, bevorzugt nach Italien, aber auch Marokko oder die Hailligen in der Nordsee, dann kommt irgendwann der Punkt, wo sie das festhalten wolle, was sie sehe. Zu Hause malt sie dann nach ihrer Erinnerung. "Ich habe ein fotografisches Gedächtnis." Ihre Bilder zeugen davon: realistische, scharfe Abbildungen des Gespeicherten, gesehen aus größerer Distanz. Willsch interpretiert nicht, sondern berichtet. Nur in ihren jüngsten Arbeiten erlaubt sie sich, einen besonderen Akzent auf die Stimmung zu setzen. Zarte, leicht im Wind schaukelnde Blumen vor dezent unscharfem Hintergrund sind ein Motiv, das nur von der Stimmung lebt. BU:
Margret Willsch malt Urlaubserinnerungen (Bild: Schriefer) |
| März 2005 |
Kölnische
Rundschau |
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Porzer Schwellenängste Galerie Bauer-Nieschalke schließt im Sommer ihre Pforten VON LYDIA KECK Urbach - Das Schild "Zu vermieten" am Schaufenster der Galerie Bauer-Nieschalke an der Frankfurter Straße 504 ist kaum zu übersehen. Während die Kunstausstellung "Mensch in der Natur – Natur im Mensch" von Rita Klein noch im vollem Gange ist, suchen die Betreiber Heike Bauer und Ingo Nieschalke schon nach neuen Räumen. Am 3. Juni eröffnet der Künstler Matrin Tyrol noch seine Ausstellung in der Galerie. Es wird die letzte Veranstaltung sein – nach 26 Bilderausstellungen, Lesungen und kleinen Musikevents. Die beiden Grafiker sind enttäuscht. "Wir hatten uns das auch anders vorgestellt. Die Vernissagen waren immer sehr gut besucht. Doch leider gibt es in Porz wenig Kunstkäufer. Selbst bei einem Gemälde, das nur 150 EUR kostet, greift niemand zu. Wir können uns einfach die räume nicht mehr leisten", berichtet Heike Bauer. Der Zeitaufwand sei zu groß für den Kunstbetrieb als Nebenerwerb. Vor zweieinhalb Jahren war das noch anders. Damals hatten die beiden Grafiker die ehemalige Motorradwerkstatt angemietet und aufwendig renoviert. Auf 150 Quadratmetern Ausstellungsfläche organisierten sie regelmäßig Kunstevents. Kunstveranstaltungen sollten für die beiden Porzer ein zweites Standbein werden – allerdings neben ihrer Arbeit als Grafiker. "Wir haben viele befreundete Künstler angesprochen und gemerkt, dass es jede Menge kreative Leute in Porz und Umgebung gibt", erinnerte sich Ingo Nieschalke. Dass beide keinerlei Erfahrung mit dem Galeriebetrieb hatten, spielte damals keine Rolle: "Es ging uns nicht darum zu verkaufen. Wir wollten uns nur nach außen präsentieren. Wir hatten ja mit unseren Aufträgen gut zu tun", erklärte Heike Bauer. "Unbekannte Künstler sollten eine Plattform bekommen. Dann haben wir einfach alles, was uns gefiel angenommen." Die Künstler konnten die Preise selbst bestimmen oder mussten eine kleine Raummiete bezahlen, falls kein Kunstwerk verkauft wurde. "Wir dagegen haben Plakate gedruckt, Flyer hergestellt und verteilt, uns um Internetpräsenz und Presse gekümmert", berichtete Heike Bauer. Doch unterschätzten beide den Arbeitsaufwand für den Kunstbetrieb. "Mit mehr Zeit hätte es vielleicht geklappt", so Heike Bauer. Allgemein
ist ein Rückgang des Kulturangebots in Porz zu verzeichnen. Die Rathausgalerie
bietet insgesamt sieben Kunstausstellungen an. Allerdings müssen
die Künstler Eigeninitiative entwickeln und einen Teil der Kosten
übernehmen. "Um die Einladungen können wir uns nicht kümmern.
Und auch die Versicherung der Kunstobjekte können wir nicht übernehmen.
Da fehlen uns einfach die Gelder", erklärte die Porzer Kulturmanagerin
Marion Usiatycki. BU:
Vor dem Aus steht der Kunstbetrieb Bauer-Nieschalke an der Frankfurter
Straße (Bild: Keck) |
| März 2005 |
Kölner
Stadt-Anzeiger |
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Urbacher Galerie wird geschlossen Urbach - Die Kulturszene im Stadtbezirk Porz wird um eine Attraktion ärmer. Die Galerie Bauer-Nieschalke , die in Geschäftsräumen an der Frankfurter Straße 504 seit mehr als zwei Jahren bildende Kunst, gelegentlich auch Musik und Theater präsentierte, wird im Sommer geschlossen. Nach Angaben von Heike Bauer und Ingo Nieschalke, die die Galerie in ihrem Grafikbüro betreiben, zwingen die hohen Raumkosten zur Aufgabe. Bis
zum Juni werden die Galeristen noch die im Jahresprogramm vorgesehenen
Ausstellungen präsentieren. Im April sind dies unter dem Motto „Mit
offenen Augen sehen“ Ölbilder von Margret Willsch. Im Mai zeigt
Peter Merz seine Acrylbilder auf Leinwand. Letzter Aussteller ist dann
im Juni Maler Martin Tyrol. (pf) |
| März 2005 |
Kölner
Stadt-Anzeiger |
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Afrikanisches aus Zündorf Ausstellung von Rita Klein Mit Arbeiten der südafrikanischen Künstlerin zeigt die Galerie Bauer-Nieschalke internationale Kunst. VON ROLAND SCHRIEFER Urbach - Kunst ist nicht gerade der bekannteste Export-Artikel aus Südafrika. Aber mit den Arbeiten von Rita Klein, die im März unter dem Titel "Mensch in der Natur – Natur im Mensch" in der Galerie Bauer-Nieschalke zu sehen sind, bekommt Kunst aus Südafrika auch hier ein kleines Forum. Ob die Arbeiten von Rita Klein allerdings typisch sind für die südafrikanische Kunst, bleibt dahin gestellt. Die seit sechs Jahren in Zündorf lebende Künstlerin hat immerhin ihre Ausbildung an der Universität von Südafrika erhalten und bei renommierten Künstlern studiert. Wichtige neue Impulse hätten ihrem Werk aber auch Aufenthalte an der Cité Internationale des Artes in Paris gegeben, sagte sie. Ist sie also eine Künstlerin, die ihre Arbeiten aus dem Spannungsfeld verschiedener Kulturen schöpft? Ihre Arbeiten zeigen, dass ihr Ansatz genereller ist. Ein bestimmendes Thema wird deutlich: das Eingreifen des Menschen in die Natur. Dabei sieht sie den Menschen nicht ausschließlich als Zerstörer der Natur, sondern auch als Ordner. Rita Klein zeigt Landschaften, in denen Formen und Farben der Pflanzen sichtbar wird. Sie zeigt aber nicht nur die unberührt scheinende Natur, beschränkt sich nicht nur auf einen Blickwinkel. In dem sie die Bilder unterteilt, schafft sie eine künstliche Ordnung. Sie ergänzt die freie Linie der Natur mit der vom Menschen geschaffenen Geraden. Solche Teilung sei ein Versuch, tiefer unter die Oberfläche einzudringen, um das Wesentliche im Leben zu verstehen. "Kunst ist eine Reise, ein Lebensweg und eine Art zu denken, sich auszudrücken und mitzuteilen mit den Mitteln von Farbe, Komposition und Textur." Kunst
ist eine Reise, ein Lebensweg und eine Art zu denken Rita Klein stellt die Natur auf einer Ebene dar und erreicht so eine grafische Wirkung. Das zeigt sich vor allem in ihren "Röntagen", Bildern, die auf Röntgen-Aufnahmen basieren. Sie nimmt Schnitte durch das menschliche Gehirn, koloriert die einzelnen Röntgen-Aufnahmen und verwebt sie zu einem ästhetisch, grafischen Muster. Andere Bilder zeigen ganz unmittelbar die von ich angestrebte Vielschichtigkeit. Auf eine Röntgen-Aufnahme legt Rita Klein eine Glasscheibe, auf die sie Farbspuren und Kratzer aufgebracht hat. "Grattage" nennt sie diese Technik. Und eine Verknüpfung der alten mit der neuen Heimat stellt sicher der große am Rheinufer gefundenen Stein dar, den die mit bunten, afrikanisch anmutenden Mustern überzogen hat. BU:
Aus Nylstroom in Südafrika stammt Rita Klein. Die Künstlerin
lebt heute in Zündorf und verbindet in ihren Arbeiten ihre alte mit
der neuen Heimat. Das zeigt sich auch bei dem Rheinufer gefundenen Stein,
den sie mit bunten Mustern überzogen hat. (Bild: Schriefer) |
| Februar 2005 |
Kölnische
Rundschau |
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Kopf leer wie die Leinwand Bogi Bell stellt Fotos und Gemälde bei "Bauer-Nieschalke" aus VON NADINE HANTKE Urbach - Ein gräuliches Gemälde aus Öl und Kohle zieht schon am Eingang der Galerie alle Blicke auf sich. Jeder Besucher der Ausstellung stellt sich davor und versucht die fast hieroglyphischen Schriftzeichen zu entziffern. "Hier liest jeder etwas anderes", verrät Bogi Bell, die die Werke geschaffen hat. Sie widmete sich lange Zeit ausschließlich der Fotografie, zeigt in ihrer Ausstellung in der Galerie Bauer-Nieschalke nun jedoch auch ihre gemalten Werke, die fast allesamt im letzten Jahr entstanden sind. "Das würde ich mir auch zu Hause aufhängen." "Da kann man einfach nicht dran vorbeigehen", so lauten die Kommentare der Gäste. Über die Besonderheit der Werke sind sich alle einig. Bogi Bell bekommt von allen Seiten Komplimente und nach wenigen Minuten sind schon einige Bilder verkauft. Zur Kunst hat sich die 1971 geborene "Halbholländerin" schon immer hingezogen gefühlt. "Kunst war schon immer mein Hobby", erklärte sie. "Ich wollte es jedoch nie zum Beruf machen, weil ich dachte, dass es dann keinen spaß mehr macht, sondern nur noch Arbeit ist." So entschloss sie sich nach dem Abitur zu einem Studium der Pädagogik an der Universität zu Köln. Zwar interessierte sie dieses Gebiet, doch es füllte sie nicht aus. 1996 beschloss sie deshalb, in den Niederlanden "freie Kunst" zu studieren. "Die Struktur des Studiums ist in den Niederlanden ganz anders als hier. Das hat mich bewogen, dorthin zu gehen", sagte Bell. 2001 schloss sie ihr Studium mit einem Examen in Fotografie ab. Seit dem vergangenen Jahr ist sie freiberuflich als bildende Künstlerin tätig. In ihrer Porzer Wohnung hat sie sich ein Arbeitszimmer und im Keller eine Dunkelkammer für die Fotoarbeiten eingerichtet. Ihre Inspiration für die Fotos holt sie sich von der Straße: "Ich ziehe einfach mit meiner Kamera los, streune schon fast wie ein Hund durch die Straßen und warte auf etwas, das meine Aufmerksamkeit erregt." Viele ihrer ausgestellten Fotos sind in Köln entstanden. Manche zeigen den Dom, wie man ihn noch nicht gesehen hat, den Zugang zur U-Bahn am Appellhofplatz, ein abgerissenes Hochhaus oder den Blick auf die Vogelsanger Straße. Die Ideen für die Gemälde entstehen beim Malen selbst: "Am Anfang ist mein Kopf so leer wie die Leinwand." Während des Malens entsteht das Bild aus der Situation heraus. "Ich möchte das Schöne im Alltäglichen darstellen", sagt die Künstlerin. Der Kontakt zur Galerie entstand ebenfalls durch die alltäglichen Dinge des Lebens. "Heike Bauer, die Galeristin hat einen Hund genau wie ich, und wir haben uns halt beim Gassi gehen getroffen", erinnert sich Bogi Bell. Die zwei kamen ins Gespräch und entschlossen sich zu der Ausstellung. Ein guter Entschluss, wie Bogi Bell und die Gäste finden, die zur Vernissage gekommen sind. Bis Anfang März sind die Fotos und Gemälde in der Galerie "Bauer-Nieschalke", Frankfurter Straße 504 jeweils mittwochs und freitags von 15-19 Uhr zu sehen. Weitere Informationen zur Galerie, der Künstlerin und den kommenden Ausstellungen gibt es im Internet. BU:
In Holland hat Bogi Bell Kunst studiert und sich intensiv mit Fotografie
beschäftigt. (Bild: Hantke) |
| Februar 2005 |
Kölner
Stadt-Anzeiger |
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Von
Aufbruch und Zerstörung VON DAMIAN M. ZIMMERMANN Urbach - Zwischen Zerstörung und Aufbruch, Willenskraft und Ausweglosigkeit bewegen sich die 14 Schwarzweiß-Fotografien und vier Leinwände der Künstlerin Bogi Bell, die zurzeit in der Galerie Bauer-Nieschalke ausgestellt sind. Diese ambivalente Stimmung strahlt auch das Foto "Scherbentanz" aus, das Bell im Treppenaufgang der Kölner Südbrücke aufgenommen hat. Der Betrachter sieht im Vordergrund eine dunkle Person von hinten. Das wenige Licht fällt durch ein hell erleuchtetes Fenster - im Hintergrund und ein gutes Dutzend Stufen weiter unten. Doch der Weg zu diesem rettenden Ziel wird von einer weiteren Person versperrt. Dieses Thema wird auch im Panoramafoto "Mont-Saint-Michel", einem der wenigen Nicht-Köln-Bilder der 33-Jährigen, aufgegriffen. Diesmal führen die Treppen zwar nach oben, doch das Ziel erscheint winzig im Gegensatz zu den riesigen, abgenutzten, steinernen Stufen. Aber auch in den ausgestellten Gemälden zeigt Bogi Bell, die in Köln Diplom-Pädagogik und anschließend freie Kunst im niederländischen Arnheim studierte, Melancholie und Nachdenklichkeit. Das 80 mal 100 Zentimeter große Bild "Cypher" zeigt eine Gruppe von Menschen, die mit ihrer grau-blau-vernebelten Umgebung zu verschmelzen scheinen. Ihre Blickrichtung geht nach rechts oben, aber dort, wo andere Künstler Sonnenstrahlen oder die Hand Gottes auftauchen lassen würden, malt die Künstlerin die dunkelste Stelle des gesamten Bildes. Und unten stehen handgeschriebene Buchstaben und Worte, deren Entzifferung sich nicht lohnt – "weil sie nichts bedeuten", wie Bogi Bell erklärt. Am
Anfang ist mein Kopf genauso leer wie die Leinwand "Die
Malerei ist für mich ein Prozess", erklärt Bell. "Am
Anfang ist mein Kopf genauso leer wie die Leinwand, und ich fange einfach
an." Schritt für Schritt komme sie so zum Ergebnis. Die meisten
Fotos von Gebäuden, Baustellen und Landschaften entstehen auf eine
ähnliche Art und Weise. "Das sind häufig Zufallsfunde in
Köln." Aber auch die inszenierte Fotografie, wie eben "Scherbentanz",
ist Bogi Bell nicht fremd. Doch egal ob konzipiert, gefunden oder entwickelt
– der rote Faden in ihren Werken ist kaum zu übersehen. BU:
Die Künstlerin Bogi Bell vor ihrem Foto "Mont-Saint-Michel"
in der Galerie Bauer-Nieschalke. (Bild: Zimmermann) |
| Januar 2005 |
Kölner
Stadt-Anzeiger |
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Die
Vielfalt kreativer Ansätze 15 Künstler zeigen in der Urbacher Galerie noch einmal einen Ausschnitt ihrer Arbeiten. VON JÜRGEN KISTERS Urbach - Die meisten Galerien platzieren ihre Gruppenausstellungen gewöhnlich zum Jahresende, in der Regel kurz vor Weihnachten. Die Galerie Bauer-Nieschalke präsentiert eine solche Übersichtsschau unter dem Stichwort "OpenArt" dagegen im Januar: als Rückblick auf die Ausstellungen des vergangenen Jahres und als Dankeschön an alle Künstler, die daran beteiligt waren. Obwohl erst seit zwei Jahren bestehend, hat der Kunstort in Porz-Urbach sich inzwischen herumgesprochen. Und dementsprechend vielfältig waren denn auch die kreativen Ansätze, die dort in den vergangenen zwölf Monaten vorgestellt wurden. Vom abstrakt-expressiven Farbwurf, in dem das Prinzip Energie auf einem kleinen Stück Papier in farbiger Faszination verdichtet ist (Anja Federbusch) bis zur nahezu altmeisterlich gemalten surrealen Bildwelt (von Friedhelm Hedtke) reicht das Spektrum. Es
ist erstaunlich, wie viele künstlerische Spielarten es gibt Mit kraftvollen Pinselstrichen verwandelt Sandra Monat Gestalten der öffentlichen Medienwahrnehmung: die Portraits des coolen Musikers oder des kleinen verletzlichen Mädchens. Bilder aus der Zeitung in schwarz-weiß-graue Kontraste übertragen, die dem gewöhnlichen Foto einen neuen Geist der Nachdenklichkeit einhauchen. Ausgesprochen niedlich und witzig sind demgegenüber die winzigen Pappmaschee-Figuren von Eva Jaskolski: nackte Frauen in verschiedenen sitzenden Posen. Eine große Liebe zur Natur bringen die fast naiven Landschaftsbilder von Margret Willsch zum Ausdruck, so das von Blumenpracht umgebene Haus am See, über den kleine Segelboote gleiten. Einen anderen, abstrahierenden Ansatz der Landschaftsdarstellung verfolgt Irmgard Semrau, indem sie das Licht-Erleben der Toskana in malerische Bleiverglasungen überträgt. "Hass-Liebe" sind zwei Fotografien von Damian Zimmermann, die das menschliche Miteinander als eine äußerst verschwommene Zone erscheinen lassen, in der zwischen Zärtlichkeit und Gewalt alles möglich ist. Was zeigt das Bild? Was projiziert der jeweilige Betrachter? Die Fotografie hat sich in Zimmermanns Arbeit vom Dokumentarischen gelöst und sich in einen Bereich ambivalenter Gefühle vorgetastet, der bis vor nicht allzu langer Zeit in der künstlerischen Darstellung nur der Malerei zugänglich war. Weitere fotografische Ansätze zeigen Roland Schriefer und Bodo Haas. "Es ist erstaunlich, wie viele künstlerische Spielarten es gibt", sagt Galeriegründer Ingo Nieschalke über die bisherigen Ausstellungen. "Kein Stil war bisher doppelt." Im Hauptberuf ist er wie seine Kollegin Heike Bauer Grafikdesigner. Die Galerie haben die beiden eher aus Zufall ins Leben gerufen, weil ihr Büro mehrere ungenutzte Räume bot. Daher betonen sie auch, dass sie keine klassischen Galeristen sind. Vielmehr können die Künstler bei einer geringen Mietbeteiligung ihre Ausstellung völlig unabhängig konzipieren. Die große Nachfrage hat Bauer und Nieschalke selber überrascht; und die Ausstellungstermine für 2005 sind tatsächlich allesamt bereits ausgebucht. BU:
Fan-Verhalten oder Medien-Reflexion? Sandra Monat hat ein Foto des Musikers
Faithless malerisch in schwarz-weiß-graue Kontraste übertragen.
(Bild: Kisters) |